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21. januar 2012
Ein Dankeschön aus Afrika
Schüler der Verbundschule pflegen die partnerschaftlichen Beziehungen nacg Burkina Faso


Trikots mit den Schriftzügen der Josef-Annegarn-Schule und der Schule Tikwendbala aus Burkina Faso verteilte Französischlehrerin Brigitte Korff (r.) an die engagierten Schüler. Leiter Andreas Behnen lobte den Einsatz der Kinder und Jugendlichen für Afrika. Foto: Biniossek

Ostbevern - Andreas Behnen war sichtlich beeindruckt. Der Leiter der Josef-Annegarn-Verbundschule freute sich über die „Mitbringsel“, die Französischlehrerin Brigitte Korff den Schülerinnen und Schülern aus der Bevergemeinde jetzt präsentierte. Perlenketten, Armreifen, Bilder, Schuhe, allesamt von den Kindern der Partnerschule in Burkina Faso gefertigt, hatte Korff von ihrem Besuch in Westafrika mitgebracht. Als ein Dankeschön für die Ostbeverner, die seit einigen Jahren Spenden für Afrika sammeln.
„Herzlichen Dank, dass ihr so viel getan habt für unsere Partnerschule in Burkina Faso“, lobte Schulleiter Behnen die Klassen 5, 6d sowie 7b und 7c, die sich in besonderer Weise engagiert hatten. „Und wie ihr seht, kommt auch etwas zurück“, wies er auf die Geschenke der afrikanischen Schüler aus der Hauptstadt Ouagadougou hin. Insgesamt 1700 Euro konnten dem Schulleiter von Tikwendbala überreicht werden, die die JAS-Schüler bei Aktionen im vergangenen Jahr gesammelt hatten sowie durch 19 Patenschaften für bedürftige Kinder zusammengekommen waren. „Sechs Ostbeverner haben Patenschaften für Kinder aus extrem armen Verhältnissen, Waisen oder Halbwaisen übernommen“, freute sich Korff über dieses Engagement der Eltern aus der Bevergemeinde.
Dass mit diesen Beträgen in Burkina Faso schon viel bewegt werden kann, hob Lehrerin Korff, die selbst ein Jahr in Quagadougou lebte, hervor. Zement und Sand wurden davon gekauft, um den Boden in der Schule zu verputzen, 14 neue Schulbänke mit Eisenrohrverstärkung wurden angeschafft, dazu rund 200 alte Holzbänke repariert.
„Dennoch bleibt es in der Grundschule Tikwendbala kritisch“, berichtete Brigitte Korff. Da ist beispielsweise das Problem, dass die Schule auf gepachteten Grundstücken liegt und jederzeit mit dem Verkauf dieser Flächen gerechnet werden muss, was zwangsläufig zum Aus der Schule führen könnte. „Geld zum Erwerb eines eigenen Schulgrundstücks ist nicht vorhanden“, hofft sie, dass dies langfristig durch großzügige Spender doch verwirklicht werden kann.
Die Lernfreude bei den über 640 afrikanischen Schülerinnen und Schülern ist dennoch ungetrübt, hat Korff bei ihrem zweiwöchigen Besuch im Dezember einmal mehr erfahren. Davon zeuge nicht nur, dass rund 70 Kinder in vielen kleinen Ateliers Geschenke für die JAS-Schüler gefertigt hätten, sondern auch von dem Wunsch, die entstandenen Brieffreundschaften fortzusetzen. 40 Ostbeverner haben Korff Weihnachtspost mit auf die Reise gegeben, ebenso viele Briefe brachte sie nun in die Bevergemeinde zurück.
Für Andreas Behnen ist dieses Engagement unverzichtbarer Bestandteil des Schulalltags an der JAS. „Ich hoffe, dass dieser Einsatz für unsere afrikanischen Partner fortgesetzt wird“, sagte der Schulleiter. Er dankte auch der Initiatorin Brigitte Korff, weil so nicht eine anonyme, sondern eine ganz persönliche Partnerschaft zu einer afrikanischen Schule entstanden sei. „Wir sind eine Schule im Aufbau. Vielleicht entwickelt sich diese Partnerschaft wie unsere Schule weiter. Und vielleicht ist es für den einen oder anderen auch einmal möglich, die Partnerschule in Burkina Faso zu besuchen.“


Perlenketten, Armreifen oder selbstgefertigte Schlappen waren Geschenke der Kinder aus Burkina Faso an die JAS-Schülerinnen und Schüler. Foto: Biniossek

Drei Fragen an JAS-Lehrerin Brigitte Korff

Welche Bedeutung hat eine solche Partnerschaft für Ihre Schule?

Korff: Einmal sollen Neugier und Freude entwickelt werden beim Kennenlernen fremder Welten und Kulturen durch die Kontaktaufnahme mit Kindern aus Burkina Faso. Dann ist es ein voneinander Lernen durch beidseitige Sensibilisierung anderer Lebenswelten. Weiterhin ist dieser Austausch greifbar trotz kultureller, familiärer, soziologischer und geografischer Unterschiede in Form von Fotos, Bildern, Bastelarbeiten, Briefen, Videos und Liedern. Und nicht zuletzt ist es auch eine Hilfe zur Selbsthilfe.
Macht ein solchen Engagement Ihrer Schüler zu einer afrikanischen Schule Sinn mit dem Hintergrund, dass ein persönlicher Austausch schwierig ist?
Korff: Ja, das Engagement macht insofern Sinn, dass auch in diesem Schuljahr wieder 40 Schülerinnen und Schüler aus den französischen Anfängerklassen unserer Schule mit jeweils 40 afrikanischen Kindern in unserer Fremdsprache und der Landessprache von Burkina Faso auf Französisch korrespondieren.
Welche Aktivitäten sind bezüglich dieser Partnerschaft in diesem Jahr geplant?
Korff: Es werden, je nach Engagement der Schüler, verschiedene Aktionen an der unserer Schule stattfinden. Ich wünsche mir insbesondere einen Afrikatag.

Mehr dazu finden Sie auf diesen JAS-Seiten zu Tikwendbala...

21.01.2012